Drecksclub in town: Die Mutter aller Missverständnisse
Jawoll, der Drecksclub ist zurück und gastiert an zwei Tagen diesmal im Zirkus Dobbelino an der Schefflerstraße in Braunschweig. Und ja, sowohl die Figuren als auch das Format an sich sind mittlerweile Kult und das seit zwölf Jahren! Ich zumindest kenne niemanden, der zum ersten Mal im „Moor“ zu Gast war und dem es nicht gefallen hätte. Geht ja auch gar nicht anders, da ich zumeist schon wochenlang vorher von meiner Lieblingsfigur Werbung mache, dem Schlagzeugspielenden Erdmännchen. In dieser trüben, oftmals von schlechten Nachrichten geprägten Zeit, gibt es m.E. nichts Besseres als sich von Wilma der Walze, der Kakerlake, Barfly oder der depressiven Hirschkuh aufheitern zu lassen. Wobei es natürlich einen gewissen Wortwitz hat, dass ich mich ausgerechnet u.a. von einem depressiven Paarhufer entertainen lasse:-) Was soll’s, ich amüsiere mich eben, wo es geht. Spaß beiseite. Mit dem Titel „Mutter aller Missverständnisse“ hat der Drecksclub mal wieder eine 1a-Show zum Mitschwingen und Mitsingen geboten. Mehr als 2,5 Stunden lang geben die 15 Protagonisten auf der Bühne alles. Als besonderen Clou lässt die Truppe ein Elton John-Double auf das begeisterte Publikum los. Das nenne ich eine Coup der besonderen Art.
Ein Cousin wie ein Albtraum
What’s the story behind? Nun, im Grunde genommen ist das unwichtig. Trotzdem, Odius die Kröte und Wirt im Drecksclub ist offiziell auf einer Krötenwanderung und damit nicht vor Ort. Es entsteht das Gerücht, dass Odius tot sei – später findet sich ein Koffer mit dem enthaupteten Odius ein. Laut Moorgesetz würde die Kneipe aber nicht seiner Frau, Wilma die Walze, oder seiner Tochter Morja zufallen. Nein, der Erbe muss männlich sein. So tritt ein bisher nicht gekannter schleimiger Cousin auf die Bildfläche und will der Truppe den Drecksclub streitig machen. Weiterer Funfact: Die depressive Hirschkuh meint Liebesbrief vom Chamäleon erhalten zu haben und will dem Verehrer nun ihrerseits ihre Liebe gestehen. Ach ja und die Kakerlake sammelt heimlich Haare von Morja … Für gute Unterhaltung, schräge Dialoge und gute Musik ist also mal wieder gesorgt.
I am still standing
Als ein Elton John-Double schließlich kurz vor der Pause die Bühne betritt und „I am still standing“ zum besten gibt, tobt der Saal. Nicht viel später, aber zum Ende des Stücks, hält es beim legendären „Crocodile Rock“ dann niemanden mehr auf dem Sitz. Fazit: Wir haben mal wieder einen überaus genialen, sehr kurzweiligen und auch ein wenig schrägen Abend mit dem Drecksclub erlebt. Gerne kommen wir im nächsten Jahr wieder.
